Hannelore Schopfhauser
1969 in Wien geboren begann ich 1987 nach der Matura an einem Neusprachlichen Gymnasium Publizistik zu studieren. Die Lehrinhalte erschienen mir zu theoretisch, die Atmosphäre zu unpersönlich und bald verschlug es mich an die BOKU zur Lebensmittel- und Biotechnologie. Der Umgang war fast familiär, die Inhalte jedoch ebenso theoretisch.
Meine Diplomarbeit führte mir deutlich die Schwierigkeit vor Augen, Außenstehenden Inhalte und Sinn wissenschaftlicher Forschung zu vermitteln. Sie hieß: „Entwicklungsbedingte Änderung der N-Glykosylierung in Kartoffeln“. Und meinte: „Wie verändern sich Struktur und Zusammensetzung bestimmter Zuckermoleküle, die an der Oberfläche mancher Proteine sitzen, im Laufe des Lebens einer Kartoffelknolle?“
Nach mehreren Versuchen, das Dilemma „auf eigene Faust“ zu lösen – als Lektorin und Online-Autorin für einen Schulbuchverlag – beschloss ich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Das berufliche Umfeld
Ich bin seit März 2004 an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) beschäftigt. Als Assistentin der Vizerektorin für Lehre habe ich interessante Einblicke in die strukturellen Hintergründe des Universitätsbetriebs gewonnen, den ich bis dahin vor allem aus Studierendensicht kannte. Besonders die intra- und interuniversitäre Kommunikation hautnah mitzuerleben hat mir einige Aha-Erlebnisse beschert.
Seit Juni 2006 bin ich verantwortlich für die – neue – Uni-Zeitschrift BOKU INSIGHT, mit der ich den Spagat versuche, alle anzusprechen, die Interesse an der Universität haben: von den Mitarbeitern über die Absolventen bis zu den Stakeholdern. Wie weit das gelingt, wird die Zukunft zeigen.
Der Lehrgang
Für mich ist das Konzept aufgegangen: Meine Arbeit an der BOKU konnte ich sehr gut mit den Angeboten des Lehrgangs verknŸpfen. Theoretische Inhalte zeigten anschaulich den größeren Kontext, in dem Wissenschaft heute steht – politisch, finanziell, in der Wahrnehmung unterschiedlicher …ffentlichkeiten und der Scientific Community.
Praktische Einheiten vermittelten einen guten Eindruck davon, wie (Wissenschafts-)Kommunikation in der Realität funktioniert – journalistisch auf der einen und im PR-Bereich auf der anderen Seite. Meine schreiberischen Fähigkeiten konnte ich dank ausführlichen Feedbacks deutlich verbessern, obwohl ich das Angebot aus Zeitgründen nicht in dem Ausmaß nutzen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Kenntnis auch der „technischen“ Seite journalistischen Schreibens ist Äußerst hilfreich bei der Gestaltung von BOKU INSIGHT.
Durch den Lehrgang habe ich viele neue, interessante Menschen kennen gelernt, was für mich sowohl eine persšnliche als auch berufliche Bereicherung bedeutet.
Die Zukunft
Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Deshalb hoffe ich, sobald ich „meine“ Zeitschrift auf einen guten Weg gebracht habe, noch viel mehr zur Wissenschaftskommunikation beitragen zu können – und das auf möglichst vielfältige Art und Weise: durch das Verfassen von Artikeln zu wissenschaftlichen Themen, Veranstaltungen wie Medientrainings für Wissenschaftler, Zusammenarbeit mit PR-Profis zur häufig strapazierten „Profilbildung“ der Universtität.


